Yoga in Andalusien, Fastenwandern an der Nordsee oder Meditation im Kiez um die Ecke – hört sich mehr nach Spaß und Erholung an als nach beruflicher Weiterbildung. Aber weit gefehlt, denn gesetzlich können diese und noch viele weitere Angebote von Arbeitnehmer:innen jedes Jahr als Bildungsurlaub wahrgenommen werden. Und das ist auch gut so, denn dahinter stecken didaktische Konzepte und Mitarbeiterinnenförderungen, die sich ganzheitlich auf den Unternehmenserfolg auswirken.

Ja, es gibt fachfremde Bildungsurlaube in denen man Paragliding oder Yoga macht. An dieser Stelle fangen manche Arbeitnehmenden dann an zu grübeln: Bin ich abkömmlich im Unternehmen? Denkt mein Chef womöglich, es geht mehr um Freizeit als um Bildung? Und was sagen eigentlich die Kolleg:innen über meinen Extraurlaub? Das Vorurteil lautet: Das ist doch keine berufliche Weiterbildung. Wirklich nicht?

Die Grenzen zwischen Bildungs- und Erholungsurlaub sind fließend. Eine Weiterbildung fördert nämlich nicht nur die persönliche Entwicklung des Bildungsurlaubers, seine Erfahrungen und Kenntnisse kommen auch den Arbeitgeber:innen und schließlich dem gesamten Unternehmen zu gute.

„Letztlich profitieren auch die Arbeitgeber davon, wenn ihre Mitarbeiter Bildungsurlaub machen“, meint Matthias Anbuhl, Leiter der Abteilung Bildungspolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund, gegenüber dem Tagesspiegel.Denn die Beschäftigten seien am Ende nicht nur schlauer, sondern auch interessierter, motivierter und leistungsfähiger“. Beim Bildungsurlaub gehe es nicht nur um die berufliche Weiterbildung, sondern um alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. „Die Lernenden sollen Kompetenzen erhalten, die ihnen Orientierung, Teilhabe, Karrierechancen und ein selbstbestimmtes und lebenswertes Arbeiten und Leben ermöglichen“, so Anbuhl.

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Gelerntes bietet somit, egal ob fachnah oder -fremd, einen persönlichen Mehrwert, der auch in berufliche Prozesse transferiert werden kann. Beim Paragliding beispielsweise hat der Bildungsurlauber neben dem Spaß auch die Chance zu lernen, mit Angst umzugehen und sie zu überwinden. Herausforderungen im Job können danach lösungsorientierter gestaltet werden.

Wer sich jahrelang mit Rückenschmerzen plagt und sich sogar deswegen krankschreiben lassen musste, der kann Bildungsurlaub wie Yoga, Pilates oder Rückentraining dazu nutzen, seinen Körper zu stärken. Dann sind nicht nur die Rückenschmerzen passé, sondern auch die Fehltage im Job.

37 Prozent aller Arbeitnehmer:innen, die vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden, tun dies aufgrund von Erkrankungen wie Burnout, Depression oder Angststörungen. Gründe dafür sind unter anderem Leistungsdruck oder eine fehlende Work-Life-Balance. Bildungsurlaub kann hier eine Brücke schlagen und Arbeitskraft erhalten, indem Teilnehmende in den Seminaren Stress abbauen und lernen präventiv mit Belastungen umzugehen. Das fördert Gesundheit und Zufriedenheit – in den Job kehrt man so leistungsfähiger zurück.

Mit Bildungsurlaub investieren Unternehmen in die persönliche und berufliche Entwicklung ihrer Mitarbeiter:innen, denn die Freistellung stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. So können neue Karriere-Impulse gesetzt und eigenständiges, verantwortungsvolles Handeln gestärkt werden. Erkennen Unternehmen diesen Wert und unterstützen die Weiterbildung, dann ist dieses Investment ein Gewinn für Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen.

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