Bei Mindful Leadership geht es darum Achtsamkeit zur Entwicklung exzellenter Führungskompetenz zu nutzen. Doch warum ist achtsames Management – von sich selbst und von Teams – überhaupt so wichtig? Darüber haben wir mit Leadership-Coachin Kathrin Schwanz gesprochen und sie auch über ihre Meinung zu Achtsamkeits-Bildungsurlauben gefragt.

Bevor ich die Frage beantworte, möchte ich die Leser:innen aufrufen, sich eine Minute Pause zu gönnen und darüber nachzudenken, warum sie sich öfter eine kleine Auszeit gönnen sollten.

Insgeheim wissen wir eigentlich, wie wichtig Pausen sind und wie gut sie uns tun. Trotzdem erlauben wir sie uns selbst und anderen auch nicht. Ein ungeschriebenes Gesetz aus der Arbeitswelt, das noch aus der Industrialisierung stammt. Eine Maschine zu stoppen, kostet mehr als sie laufen zu lassen. Maschinen wurden und werden weiterentwickelt, um immer mehr zu leisten und multifunktional zu sein.

Dasselbe versuchen wir an uns selbst. Nur sind wir Menschen keine Maschinen. Wir behandeln uns aber genau so. Wir wollen dauerhaft leisten, besser werden, schneller und effizienter werden.

Bereits 1908 haben zwei die Psychologen Robert Yerkes und John D. Dodson entdeckt, dass Menschen bei niedrigem oder hohem Erregungsniveau schlechtere Leistungen erbringen als bei einem mittleren Erregungsniveau. Sind wir mittelmäßig aktiviert, zeigen wir unser Leistungsoptimum! Dieser Zusammenhang ist im Yerksen-Dodson-Gesetz dargestellt. Pausen helfen uns das mittlere Erregungsniveau zu erreichen. Wenn wir immer mehr To Dos, Meetings, Arbeitsstunden, aber auch “Freizeitaktivitäten” in unseren Tag packen, sind wir dauerhaft “erregt”, das heißt. dauerhaft angespannt. Das heißt wir sind so angespannt, dass wir unser Leistungsoptimum gar nicht mehr erreichen können. Dann setzen wir uns meistens noch mehr unter Druck, weil wir merken, dass wir unproduktiv werden. Eine nur schwer zu durchbrechende Gedankenspirale. Aus Leistungssicht sind Pausen deshalb zwingend notwendig.*

Als Leadership-Coach muss ich aber auch sagen, dass Pausen wichtig sind, um die Verbindung zu uns selbst nicht zu verlieren. Wenn wir nur noch leisten und funktionieren, verlieren wir die Verbindung zu uns, das heißt den bewussten Umgang mit uns. Wir sehen unsere eigenen Stärken nicht mehr, den Mehrwert, den wir für andere erschaffen, das Ziel mit dem wir gestartet sind oder die Themen und Aufgaben, die uns Spaß machen und die Menschen, die uns supporten. Nach und nach verlieren wir dann auch den Bezug zu unserem Team.

Stress nagt am Selbst-Bewusstsein und damit am eigenen Selbstvertrauen. Denn nur, wenn ich weiss, wer ich bin, kann ich mir auch selber vertrauen.

Pausen sind also das Benzin der Menschen, um noch mal zur Maschinen-Analogie zurückzukommen.

Bildungsurlaub
Kathrin Schwanz hilft als Coachin Unternehmen, Teams und Führungskräften sich erfolgreich aufzustellen

Tolle Frage. Darüber könnte ich ein ganzes Buch schreiben. Achtsamkeit hilft uns dabei fokussiert zu sein, im hier und jetzt zu sein und uns nicht von unseren Gedanken ablenken zu lassen. Das heißt sie hilft uns dabei konzentriert zu arbeiten.

Im hier und jetzt zu sein, hilft uns die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu erkennen: “Wer bin ich? Was lief gut am Tag? Welche Situationen waren herausfordernd und warum? Warum haben mich der Konflikt und die neue Aufgabe so gestresst?” Das zu erkennen, ermöglicht es uns, mit Herausforderungen umzugehen und die Dinge in die Hand zu nehmen. Achtsamkeit hilft uns die Welle des Lebens zu reiten.

Wenn ich mich selber mit all meinen Stärken, Schwächen, Sorgen, Interessen kenne und akzeptiere, kann ich auch andere Menschen besser verstehen. Das heißt Achtsamkeit kann die Wertschätzung und das Vertrauen im Team fördern sowie das persönliche Selbstbewusstsein und das Selbstbewusstsein in Teams.

Dadurch können neue Ideen entstehen, herausfordernde Situationen besser gehandelt und mutig neue Wege gegangen werden. Und wir dürfen Mensch sein am Arbeitsplatz, mit unseren Sorgen und individuellen Persönlichkeiten. Für mich ist Achtsamkeit daher auch die Basis für Diversität.

Bildungsurlaub Yoga

Ergänzend zu den Antworten auf die erste und zweite Frage ein paar Gedanken:

  • Wir haben 70.000 – 80.000 Gedanken pro Tag. Ein Großteil dieser Gedanken ist kritisch und wertend. Unser innerer Kritiker macht jeden Tag einen sehr guten Job. Er weist uns auf Gefahren hin, auf Worst-Case-Szenarien, er bewertet uns sehr kritisch und erinnert uns am Ende des Tages noch mal an die Situationen, die vermeintlich schlecht waren. Etwas Neues zu lernen kann unser Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen stärken. Unser innerer Kritiker kriegt ordentlich Gegenwind. Wahrscheinlich kennen viele die Energie, die man hat, nachdem man etwas Neues gelernt oder ausprobiert hat. Also ab in den Bildungsurlaub 🙂
  • Ich habe gesehen, dass es auf Bildungsurlauber.de Angebote rund um das Thema Meditation und Achtsamkeit gibt. Neben den oben beschriebenen Effekten der Achtsamkeit, können wir in einem Bildungsurlaub also auch lernen unseren inneren Kritiker zu verstehen und ab und an zu stoppen und dadurch Anspannung und Stress loszulassen. Die Angst vor kritischer Bewertung und die Angst davor Fehler zu machen, lösen nämlich den meisten Stress in uns aus.

Unter Selbstwirksamkeit (self-efficacy beliefs) versteht die kognitive Psychologie die Überzeugung einer Person, auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. Geprägt wurde der Begriff von dem amerikanischen Psychologen Albert Bandura. Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen sind zwei Elemente der Selbstwirksamkeit.

Zu den Quellen der Selbstwirksamkeit gehört auch Lernen. An alle Arbeitgeber:innen: Ermöglicht Bildungsurlaub, wenn ihr starke, selbstbewusste Mitarbeitende haben wollt, die auch neue Wege gehen und das Unternehmen aktiv mitgestalten.

Ich finde es super, dass Bildungsurlauber.de aus vielen Bereichen Bildungsurlaube listet. Ich würde einen Sprachkurs besuchen. Meine Kund:innen sind international tätig. Gerade in Trainings, Workshops und Coachings ist es wichtig, das Gesagte zu verstehen. Deshalb gibt es hier immer Entwicklungsbedarf.

Wahrscheinlich kommen zudem Menschen aus den unterschiedlichsten Branchen und Berufen in einem Englisch-Kurs zusammen. Auch das würde mich reizen. Raus aus der eigenen Bubble.

*Wichtig: Ein gewisse Anspannung und ein gewisses Maß an Stress ist gut und wichtig, um fokussiert zu sein.

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